1940 in Salzburg geboren. Als Kind begann ich  mit Zeichnen und Malen. Als Jugendlicher belegte ich Kurse für Tempera und Öltechnik, die Lust zum Gestalten beeinflusste auch den Berufsweg. Als Textilkaufmann arbeitete ich mit Geweben und Rohstoffen für die Textilindustrie.

Die intensive Beschäftigung mit Farben begann wieder 1982.

Meine Technik:

MDF Holzspanplatten werden mit Acryllack grundiert. Mit wasserlöslichen Pigmentfarben male ich,  die ihre Kraft und Struktur nach dem Eintrocknen entwickeln. Da jedoch diese Farben auf dem Untergrund nicht haften, wird jede gemalte Farbschicht nach dem Trocknen, mit Acryl Klarlack fixiert. Die nächste Farbe wird gemalt und der Prozess wiederholt sich. Obwohl jedes Bild ziemlich genau geplant ist, ist eine bewusste Steuerung nicht möglich und so entsteht ein Spiel mit der entstandenen Wirklichkeit, Unerwartetes entsteht.

Die Farben sind wunderbar untereinander mischbar und die Intensität wird durch die Wassermenge, die  später trocknet, beeinflusst. Teilweise wird mit Pigment Liner zusätzlich gezeichnet um Details deutlicher zu machen, oder auch um Texte in das Bild einzufügen.

"Chlorophytum Comosum"          2009                                                                       

Auch "Grünlilie" "Graslilie" "Flinker Heinrich" oder "Brautschleppe" genannt, bin ich die ideale Büroblume.

Ich brauche wenig Wasser, wenig Licht und auch den Staub alter Akten kann ich ertragen. Umso mehr beleidigt mich die geringe Zuneigung und Lieblosigkeit der Menschen. Diesmal stehe ich in einer noch unter Hitler gebauten Kaserne, die später von den Amerikanern genutzt wurde und viele Jahre später der Bundesverwaltung übergeben wurde, die Räume dem Hauptzollamt "Vollstreckungsstelle" zur Verfügung gestellt.

So sehe ich "Chlorophytum Comosum" von einem alten Büroschrank in ein ungepflegtes Büro, bin umgeben von traurigen Zimmerpalmen, die ihre Blätter hängen lassen und trübsinnig depremiert von Sonne und Licht träumen. Das Büro wird vom Zollobersekretär genutzt. Auch seine Träume von Aufstieg sind Makalatur, denn dieses Büro wird im Zuge der EU Erweiterung geschlossen und eine Versetzung ins Unbekannte steht bevor.

Demotiviert und frustiert werden alte Fälle herausgesucht und aufgearbeitet. Die Betroffenen sollen büßen, sollen darben wie die Pflanzen im Zimmer die noch von seinem Vorgänger privat gekauft wurden. So geht es mir, der "Grünlilie" "Graslilie" schlecht. Zollobersekretär Hummerl, der mich einst kaufte, verbrachte täglich zumindest eine Stunde um die Pflanzen zu gießen und zu pflegen. Seine Akten und alte Vorgänge hingegen durften Staub ansetzen, zum Missfallen seiner vorgesetzten Behörde, dem Hauptzollamt. Trotz der geringen Erfolgsquote genoß er die Pensionierung.

"Salamanca" 2008 Text von Peter Handke

"Gestern in der Seitenkapelle einer Kathedrale, das Altarbild, die Kapelle in Renovation und vor dem Bild, an Stricken hängend, schräg davor verwickelt ein Paar von Staubsaugern, dazu eine Elektrokabelrolle, ein Kübel, zu dem Renovierungsgerät gehörend, am Boden Fetzen, Kehricht, Schutt, Mörtel - und ich hielt das, nein, sah ich das für eine Plastik zu Ehren des Gekreuzigten auf Golgotha (und das erinnerte mich an Joseph Beuys) dann in einer anderen Seitenkapelle die jungen Frauen neben dem da fast nackt fein ge-

schnitzten Leib des "Christ de la Bueno Muerte": wie sie ihn streichelten, allmählich, nach dem Auflegen der Hände auf dem Körper ins Streicheln kamen, die Muskeln des "Toten" befühlten, die Schenkel, die Wangen, den Nacken, den Brustkorb (samt dem Schlitz der Seitenwunde) über die Lenden streichen, dabei einander anlächelten, eine nach der anderen, fachfrauisch ihn zuletzt abküssten - der Bildhauer hatte ihnen da einen guten Körper geschaffen - ein gewisses Grauen auch beim Zuschauen über der Frauenwelt.

Gestern, die wüste Trommelschlagmacht des Gründonnerstags, bis jetzt in den frühen Morgen des Karfreitags und in den Trommeln wieder, wie vor einem Jahr in Leon, hoch über all dem Treiben, der ekstatische Gesang einer Frauenstimme, brüchig, zart, immer wieder ausetzend, neu einsetzend, alles durchdringend und so die Stunden zwischen Mitternacht und dem Morgen, bis schon wieder die Hähne krähen."